| Januar 08 |
Konfliktherd Kenia: Solinger hilft Straßenkindern in Nairobi (Artikel aus dem Solinger Tageblatt)Soziales Jahr: Moritz Fischer (19) berichtet aus Kenias HauptstadtSeit vier Monaten lebe ich jetzt hier in Nairobi als erster Volontär bei dem deutsch-kenianischen Straßenkinder-Hilfsprojekt „Vizazi“, das von dem Solinger Ehepaar Ulla und Dieter Rappen geleitet wird. Mit Spenden aus Solingen und ganz Deutschland wird ein Haus in Nairobi finanziert, in dem ich im Rahmen meines Freiwilligen Sozialen Jahres mit derzeit vier ehemaligen Straßenjungen zwischen 13 und 16 Jahren und einem Betreuer wohne. Wir leben in Nairobi South C, einem von Indern und Schwarzafrikanern bewohnten Mittelklasse-Viertel. Als am 30. Dezember nach den Wahlen zwischen Präsident Mwai Kibaki und Herausforderer Raila Odinga die Unruhen begannen, haben wir die ersten Wochen vorsichtshalber zu Hause verbracht und das Gebäude nur verlassen, um im kleinen Laden um die Ecke, Milch und Brot zu kaufen. Auf jeden Fall war die Langeweile die Sicherheit wert. Das war vor allen Dingen für einen der Jungen wichtig, weil er den Kikuyu – einer Minderheit in Kenia – angehört. In unserem Viertel blieb es die ganze Zeit über glücklicherweise relativ ruhig. Auch die Geschäfte waren nur für zwei Tage geschlossen. Das ah in den Slums, nur einige Straßen weiter, ganz anders aus. Da wurden die Lebensmittel knapp. Auch wir haben vorsichtshalber einen Vorrat an Lebensmitteln angelegt. Auch wenn die Lage ganz langsam wieder „back to normal“ ist, ist immer noch ungewöhnlich Polizei unterwegs. Im Stadtteil ist er der weiße „Mr. Momo“ |