| März 09 |
Feuer in Kibera, dem größten Slum Kenyas - Auszug aus einem Situationsbericht von Jonas
Aber schon krass, wenn man sich so erinnert. Und wenn ich "man" sage, meine ich mich. Was genau passierte war, dass an dem Tag alle Freiwilligen zu spät kamen, wir also fast eine Stunde zu spät losgefahren sind, bis auf mich, weil ich noch länger in der Kirche blieb, um auf Nachzügler zu warten. Vom Rand des Slum konnte man dann Rauch aufsteigen sehen, also erstmal mein Team angerufen, um zu erfahren, ob alle sicher sind. Dann so schnell wie möglich zur Kirche. Einige Freunde geschnappt und mit ihnen zum Feuer gerannt, um zu sehen, wo wir helfen können.
Dann haben wir gebetet, ich habe Geld zusammenschmeißen lassen, für mehr Desinfektionszeug und dann mit weniger Leuten zurück zum Feuer um zu helfen, Wunden zu versorgen. Keine zwanzig Minuten waren vergangen. Aber als wir wieder da waren, war das Feuer aus, schwelte nur etwas unterschwellig. Gott ist schon krass sage ich da nur ... Und in dem Moment merkt man es gar nicht. Solange Wunden versorgt, bis ein Betrunkener, wütend weil er sein Haus verloren hatte, was man verstehen kann, mich verprügeln wollte. Also weg. Wieder. Auf dem Weg einen Mann aufgegabelt, der durch das Wellblech gestürzt war und sich den Kopf an mehrere Stellen tief aufgeschnitten hatte. Unschön. Ihn zu drei Kliniken gebracht und das Geld zusammen bekommen, auch eher auf unwirkliche, oder wundersame Weise. Die beiden ersten Kliniken waren zu, muss dazu gesagt werden, im Endeffekt wurde er in einer Mutterschaftsklinik genäht und geflickt. Sonst, das Leben geht weiter, dort und hier im Haus auch ... Aber so ist das nun einmal ... Ganz liebe Grüße an euch alle und danke fürs beten ... _____________________________________________________ |