Liebe Freunde von Vizazi,
Eigentlich hätten wir schon längst wieder unsere Koffer gepackt und wären nach Kenya
geflogen, die Tickets für Mai waren schon gebucht. Die Liste unserer Aufgaben und Prioritäten
für den Mai-Einsatz standen fest, alles war geplant. Dann kam es bekanntlich anders
– nicht nur für uns, sondern für alle anderen auch.
Während wir uns hier in Deutschland mit unseren Themen rund um die Corona-Pandemie
beschäftigten, die empfohlene Hygiene und Abstandsregeln einübten und noch vor wenigen
Wochen die Frage zentral schien, ob der Vorrat an Toilettenpapier ausreichend sein
würde, müssen sich die Menschen in Kenya noch mit ganz anderen Themen beschäftigen.

In den Nachrichten hören wir nur sehr wenig über die Pandemie und ihre Auswirkungen in Kenya. Fallzahlen, die in irgendwelchen Statistiken auftauchen, entsprechen sicherlich nicht der Wirklichkeit.
In Gesprächen mit unseren Jugendlichen im Vizazihaus und Freunden hören wir jetzt sehr häufig, dass die Pandemie immer mehr Menschen in existenziell bedrohliche Lebenslagen bringt.
Auch ohne die Corona-Pandemie war das Leben schon für viele Menschen dort extrem schwierig.
Besonders betroffen sind Menschen in Slums, die auf Grund des „Shutdowns“ ihren kleinen Jobs nicht mehr nachgehen können und somit keinerlei Einkommen mehr haben, das in früheren Zeiten zumindest einen Teil der Grundernährung für den Tag sicherte. Lebensmittel, die normalerweise günstig auf einheimischen Märkten gekauft
wurden, sind nun rar und teuer. Die Preise für Lebensmittel steigen stetig und so nimmt
seit einiger Zeit auch der Hunger rapide zu.
Im Slum herrschen sowieso leider immer schon katastrophale hygienische Zustände,
Hände waschen und Abstand halten ist nahezu unmöglich. Viele Familien im Slum sind
auf die Wasserlieferung per Lastwagen angewiesen und die Preise für Wasser haben sich
inzwischen verdreifacht. Diese Lebensumstände machen die Menschen extrem anfällig für
das Virus, denn sie haben keinerlei Möglichkeiten sich zu schützen.
Alle Schulen sind geschlossen und somit fällt die oft einzige warme Mahlzeit, das Schulessen,
für die Kinder aus.
Die Corona-Präventionsmaßnahmen der Regierung stellen eine extreme Belastung für die Menschen dar, die in Slums leben. Die Hütten stehen eng beieinander, ohne ihre kleinen Jobs haben sie keinerlei Einkommen, die Kinder spielen auf der Straße zwischen den Müllbergen. Angesichts dieser aktuellen Situation in Kenya haben wir überlegt, wie wir mit Vizazi – International helfen können und das Projekt „Wir gehen für euch einkaufen“ ins Leben gerufen. Mit diesem Projekt wollen wir Familien mit Kindern, denen die nötigen finanziellen Mittel fehlen, mit den wichtigsten Lebensmitteln unterstützen.

Unsere Jugendlichen werden gemeinsam mit einem unserer Mitarbeiter vor Ort diese
Aktionen durchführen. Einkaufen, Pakete packen und verteilen.
Alle freuen sich schon auf diesen sinnvollen Einsatz ihrer momentan freien Zeit und sind
bereits in der Planung, wie alles am besten organisiert werden kann. Und wir freuen
uns, wenn viele auch von hier aus mitmachen, denn es sind schwierige Zeiten.

Gerne wollen wir euch auch noch einen Rückblick auf unsere Zeit im Februar 2020 in
Nairobi geben, als das Coronavirus noch vermeintlich „nur“ in Asien sein Unwesen trieb.

Mit vereinten Kräften konnten wir auf unserem Grundstück in Kamulu rund 1500 Heckenpflanzen setzen. Dies war eine richtige Herausforderung, denn der Boden musste zunächst gelockert und von Gras befreit werden. Es hat trotz schweißtreibender Arbeit viel Spaß gemacht und wir sind gespannt, wie sich die Hecke entwickeln wird. Wir hoffen, dass sie vor den Heuschrecken bewahrt bleibt, die aus dem Norden weiter durch Ostafrika ziehen und zusätzlich die schwierige Lage noch verschärfen.

Für Francis haben wir im Februar eine Fachhochschule gefunden, in der er seinem Wunsch eine Ausbildung im Hotelmanagement zu machen, nachkommen wird. Eigentlich wäre seine Ausbildung schon im Mai gestartet, doch nun steht auch da alles im Wartemodus.

Für Njero fanden wir ein College im Bereich Film, Fotografie und Graphikdesign, das wir im Februar sogar besichtigen konnten und dabei einen guten Eindruck bekamen. Er konnte jetzt im Juni trotz Corona einen Online-Kurs für Fotografie belegen und schickt uns seine ersten Ergebnisse mit der neuen Kamera.

George möchte nun nach bestandenem Abitur Elektrotechnik studieren. Gemeinsam waren wir zu einer Beratung in der Universität von Nairobi, konnten dort die Bewerbungsmodalitäten in Erfahrung bringen und ihn bereits in eine Bewerberliste für einen Studienplatz eintragen lassen. Das Immatrikulationsfenster öffnet sich demnächst. Ob sein Studium wie geplant im September beginnen wird, ist wegen der Pandemie noch nicht geklärt, wir hoffen alle wenigstens auf Onlinekurse.

Wir konnten im Februar auch wieder befreundete Familien von Paps besuchen, die auf einem Müllberg wohnen, und luden wieder alle anwesenden Menschen dieses kleinen Slums zum Mittagessen in FLO`S HOTEL ein. Jetzt werden auch sie durch unser „Footbag-Projekt“ unterstützt, denn sie gehören zu den besonders vom Hunger bedrohten Menschen.

Parallel zu unseren aktuellen Projekten müssen und wollen wir auch das Leben und die
Ausbildungen unsere 7 Jugendlichen im Vizazihaus sichern, für die wir die Verantwortung
übernommen haben. Auch hier sind die laufenden Kosten für das Leben im Haus gestiegen,
die Lebensmittelpreise sind zum Teil vierfach so hoch wie vor der Pandemie, Strom
und Wasser sind teurer geworden. Alle Jungs sind ja seit dem Lockdown zuhause, weil
Schulen und Universitäten geschlossen sind. Es geht ihnen gesundheitlich gut und sie beschäftigen
sich mit Aktivitäten im und am Haus. Zusätzlich ist nun das „footbag“-Projekt
gestartet, das den Jungs im Vizazihaus auch mental hilft, diese Zeit sinnvoll zu nutzen.
Auf unserer Homepage werden wir alle Kosten, die wir für das Leben und die Ausbildungen
der Jungs monatlich (oder pro Semester) aufbringen müssen, in der Rubrik „homerun“
zusammenstellen. Wir laden alle Interessierten dazu ein, sich dort einen Überblick zu
verschaffen.
Unsere Aktionen könnt ihr wie gewohnt bei „Aktuelles“ auf der Homepage verfolgen, auf
www.vizazi-international.de

Wir sehen uns
Für das VIZAZI-Team grüßt Ulla Rappen
VIZAZI International e.V. Juli 2020

Bericht aus dem Solinger Tageblatt:

 

„Vizazi organisierte die medizinische Versorgung für den Vollwaisen Steven Amunga aus Kenia.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Das Gehen klappt immer besser. Und auch Treppen sind für Steven Amunga inzwischen kein unüberwindliches Hindernis mehr. Physiotherapeut Michele Lo Patricelli ist voller Respekt für die riesige Motivation, mit der der junge Kenianer übt und sich dabei auch von Schmerzen nicht einschüchtern lässt.

Knapp zwei Wochen ist es her, seit Dr. Oliver Voß vom Endoprothetikzentrum am Städtischen Klinikum dem 20-jährigen Waisen aus Kenia eine neue Hüfte eingesetzt hat. Eine Rechnung wird es nicht geben. Das Klinikum trat als Sponsor auf, um dem Jugendlichen, der als Dreijähriger von einem Baum gefallen war und sich seitdem mit der unbehandelt gebliebenen und schlecht zusammengewachsenen Fraktur herumquälte, ein künftiges Leben im Rollstuhl zu ersparen. „Er konnte inzwischen kaum noch laufen, die Schmerzen wurden ständig heftiger“, sagt Operateur Voß. Ärzte in Kenia hatten die Operation mangels Erfahrung abgelehnt.

Steven Amunga ist ein Schützling des privaten Hilfsprojektes „Vizazi“ von Dieter Rappen und seiner Frau Ulla. Selbst als Kind in Nairobi als Sohn von Entwicklungshelfern aufgewachsen, engagiert sich der Solinger schon lange für kenianische Straßenkinder. Seit 2005 mit dem eigenen Verein „Vizazi“. Das bedeutet „Generationen“.

„Wir haben immer auch die noch existierende, erweiterte Familie der jungen Waisen mit im Blick“, erläutert Dieter Rappen. Bewusst haben er und seine Frau sich dafür entschieden, Einzelschicksale zu begleiten, statt beispielsweise für viele nur die Grundversorgung in Form von Lebensmitteln sicherzustellen. „Diese Art von Hilfe versickert irgendwie“, ist seine Ansicht aus jahrelanger Erfahrung. „Wir geben Kindern und Jugendlichen ein Zuhause und die Bildung, die ihnen ermöglicht, mit einem Beruf gut für sich selbst zu sorgen“, sagt er.

Für Amunga geht es nach der Rehabilitation zurück nach Hause

Das koste natürlich Geld: Vizazi finanziert sich ausschließlich aus Spenden, die Dieter und Ulla Rappen unermüdlich zusammentragen. „Manchmal findet sich ein Sponsor, der konkret ein oder zwei Jahre der nötigen Collegezeit für einen unserer Jungs oder Mädchen finanziert“, sagt Rappen.

Für Steven Amunga geht es nach der Rehabilitation zurück nach Hause. Er möchte aufs College und dann studieren, Berufsziel: Richter. Die erste Etappe auf dem Weg in die Eigenständigkeit hat er geschafft: Die OP ist gut verlaufen, und die Wichtigkeit des physiotherapeutischen Trainings, um die jahrelang nicht benutzten Muskelfasern des Beines an ihre neue Aufgabe zu gewöhnen, ist ihm klar. Die Operation sei tatsächlich aufwendiger gewesen, als es sonst der Fall sei, sagt Voß. „Jahrelang standen Hüftkopf und Pfanne falsch, so dass Folgeerscheinungen zu beachten waren.“ Mit dieser Prothese aber kommt Amunga nun weit.“

 

 

„Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.“

Afrikanisches Sprichwort


Die Bäume, die wir mit dem Team Pamoja unplugged im Februar 2019 in Kamulu gepflanzt haben wachsen.

Wir freuen uns über dieses Zeichen der Hoffnung.

Unser neues Straßenschild in Kamulu.

In der Vizazi Lane ist unser Grundstück von Vizazi Foundation.

Hier entsteht Lebensraum für Generationen.

Unser aktuelles Projekt: Brunnenbau mit Drilling for Life

Unser neues Straßenschild in Kamulu

Drilling for life ist unterwegs mit Vizazi international, Wasser für Kamulu, danke an alle die durch ihre Spenden den Brunnenbau mit ermöglicht haben, damit konnten wir die ersten 2 Bauphasen finanzieren……water is a blessing beyond measure 💦

Drilling for life bohrt den Brunnen
blessed work

Ein voller Erfolg war unser Stand mit Vizazi-international und Pamoja unplugged auf dem Frühlingsmarkt in Wädenswil in der Schweiz.

Die bunten geflochtenen Körbe von den Massai waren der Renner, aber auch Decken, Tücher, Holztiere, Salatbestecke und anderes fand Anklang bei unseren Besuchern am Stand. Dabei hatten wir auch die Gelegenheit über unsere Arbeit in Kenya zu berichten. Der Erlös von unserem Afrikastand hilft uns die nächsten Schulgelder in Kenya zu bezahlen.

„Kenya“ in Wädenswil auf dem Frühlingsmarkt
Kunsthandwerk aus Kenya

„TRY TO BE A RAINBOW IN SOMEONE`S CLOUD“

Mit „Pamoja unplugged“ und Vizazi international unterwegs im Mukuru Slum mit einem kreativen Einsatz in der Schule Rekebisho. Hier die Bilder im Vergleich von vorher / nachher…

weitere Bilder folgen!

Schulhof, erst mal wurden die Wände verputzt
hier geht es zu den Klassenräumen
NEVER GIVE UP
Winnie the Pooh

Zurück aus Kenia!Es waren nur 2 Wochen…., die wir in Nairobi und Umgebung verbrachten und es kommt uns länger vor….

hier der link zum 3. Bericht von Sabine Godinez aus der Kirchgemeinde Wädenswil.

https://www.kirche-waedenswil.ch/bericht/597